Artikel vom 04.04.2012
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Wir pflanzen einen Hochzeitswald: Standesämter forsten auf


Gewusst? Immer mehr Standesämter sorgen für Zuwachs. Wie z. B. in Groß-Rohrheim in Hessen, wo Paare helfen, im Süden der Stadt an der Bergstraße einen neuen Park entstehen zu lassen.

Alter Hochzeitsbrauch, neu entdeckt

In aller Herrgottsfrühe am Samstagmorgen trafen sich ein Dutzend Paare im Groß-Rohrheimer Hochzeitswald zu einer Aktion mit besonderem Anlass. Auf Initiative des Standesamts wurden zwölf Bäume gepflanzt. Wer sein Lieblings- bzw. Liebesbäumchen nicht selbst mitbringt, bekommt es von der Gemeinde gestellt. Standesbeamtin Irmtrud Preissinger hatte Neuvermählte wie auch Jubelpaare direkt angeschrieben - elf Frischgetraute und ein Silberpärchen kamen.

Wer einen Baum pflanzt, bekräftigt bestehende Verbindungen und gibt ein persönliches Statement ab. Doch woher kommt der Brauch? In Westfalen geht er bis ins 17. Jahrhundert, in anderen Regionen bis ins Mittelalter zurück. Eine Zeit, zu der Heiratslustige noch ihren Landesfürsten um Erlaubnis bitten mussten: Wer zuzog oder heiratete, wurde vielerorts zu Pflanzung von Obstbäumen verpflichtet.

Zuwachs mit Zukunft

Heute setzen frisch Verheiratete ein im wahrsten Sinne grünes Zeichen der Hoffnung, indem sie gemeinsam ihren persönlichen Baum pflanzen. Denn hier entsteht keineswegs eine Monokultur, sondern ein Mischwald, bunt wie das Eheleben selbst - von Bergahorn über Pflaume und Elsbeere bis zu Kastanie und Lärche.

Während Störche über der Parklandschaft kreisen, begrüßt Bürgermeister Bersch die Pflanzwütigen: Einige der Paare hätten ja schon bewiesen, was der Klapperstorch bewirken könne - und sollten jetzt für weiteres Wachstum sorgen. Schließlich solle jeder Mann in seinem Leben nicht nur ein Haus bauen und ein Kind zeugen, sondern auch einen Baum pflanzen. Ein grünes Konzept, das aufgeht: Bereits 189 Bäume wachsen in dem neuen Park - und beschatten Wege und Ruheoasen.

Ein grünes Stückchen Ewigkeit

"Das ist unserer", sagen ein Schild am Baum und die nach getaner Arbeit überreichte Urkunde. Denn Hochzeitsbäume kann man wachsen sehen, sie sind etwas für die Ewigkeit. Ein Brauch, der in vielen Städten Deutschlands Wurzeln schlägt, nicht nur zu Hochzeit oder Geburt, sondern auch zu Jubiläen oder anderen Anlässen bieten viele Gemeinden die Möglichkeit, einen Baum zu pflanzen - und anschließend liebevoll zu pflegen. Neben Laubwäldern entstehen wahre Plantagen alter Gehölze wie Wildobst oder Weißdorn. Informationen? Bei den Standesämtern oder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

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