Artikel vom 17.08.2021

Traumhochzeit, auf Eis gelegt: Standesamtliche Trauung absagen



Drama auf den Stufen vor dem Standesamt! In letzter Sekunde muss das Brautpaar die Hochzeit absagen, weil die Schwiegermutter kollabiert. Weniger filmreif, aber mindestens ebenso dramatisch: Die standesamtliche Trauung fällt erstmal aus - und dafür kann es viele Gründe geben.

Rote Rosen, aber Trauung leider geplatzt

Der letzte interfamiliäre Zankapfel ist aus dem Weg geräumt, die Hochzeit kann kommen, die Middle-Ager Mona und Jens schreiten zum Standesamt. Wäre da nicht Schwiegermutter Dörte, die auf der Treppe zum Trauzimmer mit Nierenschmerzen kollabiert - filmreif. Denn diese Szene stammt aus der Telenovela Rote Rosen. Sehr real ist, dass Brautpaare gewichtige Gründe brauchen, um die Trauung abzusagen: Die schwere Erkrankung eines nahen Angehörigen ist ein solcher.

Traukompromisse machen? Standesämter am Limit

Nicht selten ist das Standesamt selbst der Grund für Probleme und Absagen von Eheschließungen. Barby, Sachsen-Anhalt, ist nur ein Beispiel von vielen: Zu wenig Personal, Standesbeamte im Urlaub oder Mitarbeiter in der Babypause. Im Standesamt Barby fährt man derzeit kapazitätsmäßig am Limit. Sogar Sterbeurkunden lassen auf sich warten, was würdige Bestattungen erschwert. Ohne dass andere Bezirke hier helfend zur Seite springen, geht es kaum. Denn es hapert bei Verwaltungsfachwirten, Standesbeamten - und der einen oder anderen Putzfrau. So kann es passieren, dass das Standesamt attraktive Trauzimmer in historischen Locations absagt: Es fehlt schlicht an Reinigungskräften, die diese für die Trauung auf Hochglanz bringen. Nachvollziehbar, dass Paare, die mit den angebotenen Notalternativen nicht einverstanden sind, dann lieber erstmal absagen.

Wann ist ein Trautermin verbindlich?

Alles scheint in trockenen Tüchern: Meist lässt sich der Wunschtermin taggenau sechs Monate im Vorab reservieren. Schriftlich bestätigt und verbindlich ist der Trautermin - inklusive Wunschtrauort - jedoch erst nach persönlicher Anmeldung und Einreichung sämtlicher Unterlagen im Standesamt. Dazu sind bestimmte Fristen einzuhalten: Üblicherweise müssen Heiratwillige innerhalb von 30 Tagen nach Vormerkung im Online-Traukalender dort erscheinen. Erst dann sollten Sie Festsaal oder Restaurant buchen! Alle, die nicht innerhalb der vorgegebenen Frist vorsprechen, verlieren den Wunschtermin wieder.

Hochzeitsfeier während der Pandemie riskieren?

Nicht wenige Paare finden sich unversehens in einer Zwickmühle wieder: Niemand will schließlich, dass sich der schönste Tag im Leben zum Superspreader-Event auswächst. Aber wer die Trauung absagt, droht auf den Kosten sitzen zu bleiben. Und zwar immer dann, wenn nicht-öffentliche Veranstaltungen - und das ist eine Hochzeit - weiterhin in geschlossenen Räumlichkeiten erlaubt sind. Kostenlos, weil quasi unverschuldet, storniert werden darf nur, sofern am Ort der Hochzeit der kritische Inzidenzwert überschritten und deshalb die Corona-Regeln verschärft werden. Darüber hinaus können Beherbergungsverbote im Hotspot die Unterbringung von Gästen erschweren. Gewusst? Nur die Anmeldung zur Eheschließung (früher Aufgebot) muss in der Gemeinde, in der mindestens einer der Partner gemeldet ist, passieren. Geheiratet werden darf praktisch überall - an einem Trauort der persönlichen Wahl.

Angemeldete Trauung absagen oder verschieben?

Die Eheschließung ist angemeldet, aber Sie müssen plötzlich umziehen? Dies kann ein wichtiger Grund sein, den Trautermin zu verschieben. Dazu sollten Sie - je nach Vorgaben vor Ort - spätestens zwei Wochen vor der Trauung im Standesamt anrufen, um einen neuen Termin zu vereinbaren. Sie möchten bzw. müssen den Trautermin komplett absagen? Auch dies sollten Sie spätestens zwei Wochen vor der Trauung erledigen. Und zwar schriftlich und mit Nachweis - dazu genügt bereits eine E-Mail, sofern Sie sicherstellen, dass sie nicht im Spam landet. Schwerwiegende Gründe sind neben Erkrankung oder Todesfall auch Ereignisse wie Einbruch, Brand- und Sturmschaden oder eine problematische Schwangerschaft der Braut.

Müssen Sie das Standesamt trotzdem bezahlen?

Eine standesamtliche Trauung kann je nach persönlichen Wünschen und Vorstellungen mit zwischen 50 und 500 Euro zu Buche schlagen. An romantischen Premium-Locations wie Schloss Nymphenburg in München können dies sogar bis zu 900 Euro sein. Gebühren, die für gewöhnlich sofort bei der Anmeldung im Standesamt fällig werden, in bar oder per EC-Karte. Mit der Absage der Trauung sind die Gebühren für die Anmeldung der Eheschließung weg. Denn das Standesamt wurde ja bereits tätig- und hat schon geprüft: Darf dieses Paar heiraten, liegen alle Voraussetzungen vor? Erstattungen sind regulär nur bei Posten wie Heiratsurkunde oder Aufschlägen wegen eines Trautermins außerhalb normaler Öffnungszeiten möglich. Leistungen, die nun verzichtbar sind - weil die Traumhochzeit leider ausfällt.

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