Artikel vom 16.04.2012
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Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt - Australiens Bräute im Hochzeitstief


Freitag der 13. April - das richtige Datum, um schwermütig zu werden? Ja - glaubt man den Ausführungen von Sandy Smith in der Online-Ausgabe des Sydney Morning Herald. Postnatale Depression ist Ihnen ein Begriff, aber welches Schreckgespenst verbirgt sich hinter postnuptialer Hochzeitsdepression?

Katerstimmung nach der Hochzeit

Während der Frühling in Europa die Hochzeitslust befeuert, werden die Tage auf der unteren Halbkugel wieder kürzer. Wo die Sommerheiratssaison vorüber ist, geben sich Australiens Sommerbräute verkatert - und kämpfen mit Gefühlen wie Traurigkeit, Enttäuschung und Depression. Dabei zeigen Statistiken: Die Zahl der Eheschließungen geht seit 2001 stetig nach oben. Heiratswillige geben Unsummen von durchschnittlich 36.000 Dollar für ihre Hochzeit aus.

Ein Blick auf Online-Hochzeitsforen brachte es an den Tag: Viele Bräute suchen in der Anonymität des Internets Rat, um ihre Niedergeschlagenheit in den Griff kriegen. Denn nachdem die Hochzeit als Großereignis vorüber ist, fehlt das rechte Ziel. Eine Braut auf Wedding Central: "Ich hatte meine Traumhochzeit, doch jetzt wird mir klar: Ich werde nie wieder eine Braut sein." Viele fühlen sich einsam, weil sie in die Nähe der Familie des Bräutigams umgezogen sind - in Australien Entfernungen, die es in sich haben. Man hat einen neuen Bund geknüpft, aber vertraute Bindungen gekappt.

Jacqueline Saad, Psychologin in Sydney, berichtet, die Hochzeitsdepression sei kein ungewöhnliches Phänomen; immer mehr Betroffene würden sich outen. Allerdings verstünden nur unter zehn Prozent der Bräute den Grund für Ihr Unglücklichsein. Ebenso wenige suchten therapeutische Hilfe, obwohl die Depression durchaus eine Gefahr für die junge Ehe darstelle. Verständlich - ähnlich wie nach der lang erwarteten Geburt eines Babys schämt man sich, zuzugeben, dass man nach einem derart freudigen Ereignis Enttäuschung empfindet. Gründe, die Saad nennt: "Die Realität der Ehe hält den hochgesteckten Erwartungen an die Verbindung nicht stand", außerdem schlauchten die Hochzeitsvorbereitungen immens.

Beziehungsexpertin Pam Lewis, New South Wales, fügt hinzu, es sei nach aufregenden Ereignissen typisch, "sich kaputt und traurig zu fühlen oder Verlustgefühle zu haben". Viele fragten sich nach der Rückkehr aus den Flitterwochen: "Was sollen wir für den Rest unseres Lebens machen, jetzt, wo das Scheinwerferlicht aus ist?". Und die US-amerikanische Brautberaterin Sheryl Paul fügt hinzu, Bräute steigerten sich ohne realistische Grundlage in die fixe Idee hinein, einen Fehler behangen zu haben: "Dieser Gedanke führt nicht selten zu Affairen und Scheidung".

Pauls Rat: Die emotionelle Arbeit aktiv leisten, Verluste betrauern und sich den Ängsten bewusst hingeben. Und dann den Kampf aufzunehmen "von einer Lebensform zur nächsten überzugehen" - und sich jemandem anzuvertrauen, der den Prozess des Übergangs begleitet. Besonders dann, wenn Schlafstörungen, Desinteresse an Aktivitäten sowie Stimmungsschwankungen aufträten. "Diese Symptome gehören in professionelle Hände", so Paul.

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