Artikel vom 17.11.2014

Aufschieberitis? Deutsche Paare bei der Hochzeit immer älter



Gut Ding will Weile haben: Deutsche Paare lassen sich immer länger Zeit mit dem Bund fürs Leben. Sinkende Heiratsneigung ist an eine Verschiebung der Heirat in ein immer höheres Lebensalter gekoppelt: Wie aktuell ausgewertete Erhebungen des Bundesministeriums für Bevölkerungsforschung (BiB) ergaben, stieg das durchschnittliche Erstheiratsalter in den vergangenen zwei Jahrzehnten um gute viereinhalb Jahre - bei unverändertem Altersabstand.

Ü-30 Bräutigam aus Ostdeutschland

Mit Erstheiratsalter meinen Statistiker das Alter, in dem Ledige im Durchschnitt eines Kalenderjahres zum ersten Mal die Ehe schließen: Männer sind bei der ersten Heirat im Schnitt 32, 2, Frauen 29,9 Jahre alt. Noch 1990 lag der Altersdurchschnitt der Herren bei 27,9, bei den Damen bei 25,2 Jahren. Und auch der Osten zieht nach: Hieß es dort lange "Jung gefreit hat nie gereut", hat Ostdeutschland inzwischen den Westen beim Erstheiratsalter sogar überholt, das um durchschnittlich über sieben Jahre geklettert ist. Waren ostdeutsche Männer 1990 beim ersten Ja-Wort 25,9 Jahre, warten sie heute, bis sie gute 33 sind; die Frauen trauen sich im Schnitt erst mit 30,8 Jahren. Zumindest der Altersabstand zwischen Braut und Bräutigam ist seit zwanzig Jahren gleich geblieben - die Braut ist im Schnitt zweieinhalb Jahre jünger als der Bräutigam.

Heiratsmüde: Die Gründe

Fakt ist: Die Zahl der Eheschließungen sowie die Geburtenhäufigkeit sind seit den 1960ern - dem Golden Age of Marriage - deutlich zurückgegangen. Doch wo liegen die Gründe, das Eheversprechen derart hinauszuzögern? In den 1950er und 1960er Jahren kulturelle Selbstverständlichkeit, war die Heiratsneigung der Deutschen entsprechend hoch, gepaart mit einem frühen Heiratseintrittsalter. So waren im Geburtsjahrgang 1940 ganze 79 % der Frauen und 54 % der Männer bereits mit 25 nicht mehr ledig.

Für den Bedeutungsrückgang der Institution Ehe und das späte Heiratseintrittsalter in der zweiten Jahrhunderthälfte sind mehrere Gründe ausschlaggebend: Wo die Alternativen vielfältiger und damit attraktiver werden, entscheiden sich immer mehr Paare bewusst gegen die verpflichtende Ehe, zumal nichteheliche Lebensgemeinschaften laut BiB immer weniger rechtlich und sozial diskreditiert sind. Kinder haben? Die Ehe ist nicht länger Voraussetzung dazu. Hinzu kommt, dass in Zeiten wachsender Mobilität mehr und mehr Partnerschaften mit getrennten Haushalten existieren - was die Heiratslust kaum befördert. Längere Ausbildungszeiten und flexible Erwerbskarrieren stehen ebenfalls dem Entschluss zur Ehebindung entgegen.

Späte Heirat: Sich wirklich sicher sein

Und bis dahin? Lebt man, wie Schauspieler Matthew McConaughey (44) und langjährige Lebensgefährtin Camila Alves lange vor der Hochzeit in wilder Ehe zusammen. Gefragt, warum er erst so spät geheiratet habe, sagte der Oscar-Preisträger, er habe es sich mit dem Heiraten nicht leicht gemacht. McConaughey zum US-Magazin "GQ": "Ich wollte es auch wirklich wollen." Und ist damit - zumindest deutschlandweit - in guter Gesellschaft.

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