Artikel vom 06.09.2012

Evet, ich will - Heiraten auf Türkisch ohne Stolperfallen



Nach klassisch türkischer Tradition gefeierte Hochzeiten sind nicht nur aufwendiger, sie unterscheiden sich auch im Organisationskonzept von deutschen Hochzeitsfeierlichkeiten. Gegensätze, auf die aktuell Rechtsanwalt Cengiz Han in der Online-Ausgabe der Deutsch-Türkischen-Nachrichten hinweist: Türkische Hochzeiten werden im großen Stil und oft mit über hundert Gästen gefeiert. Doch wer denkt im Marathon erwartungsvoller Vorbereitung schon gern an Ordnungswidrigkeiten und Bußgelder? So vermeiden Sie die rechtlichen Stolperfallen aller Hochzeitsstationen ...

Trauung auf Türkisch

Möchten wir uns im Standesamt oder im türkischen Konsulat trauen lassen? Türkische Brautpaare haben die Wahl, deutsch-türkische Brautpaare können ausschließlich im Standesamt heiraten. Daneben existieren weitere, grundlegendere Unterschiede: Mehr als bei der deutschen Hochzeit stehen die Familien der Brautleute im Zentrum - und die Kommunikation zwischen den Familien. Entsprechend groß sind türkische Hochzeitsfeiern angelegt: Dreihundert Gäste und mehr sind keine Seltenheit - niemand wird ausgeschlossen.

Unterwegs zur Location

Endlich - Sie sind getraut. Und Ihre Hochzeitsgäste hupend im mit Schleifen und Luftballons geschmückten Autokorso auf dem Weg zum Festsaal. Feiern Sie sehr traditionell, treffen Sie als Brautpaar etwa eine Stunde später ein, um die Feierlichkeiten offiziell mit dem ersten Tanz zu eröffnen. Eingeschaltete Warnblinkanlage und permanentes, lautes Hupkonzert? Leider eine Tradition, die mit wenigstens 20 Euro Bußgeld zu Buche schlägt. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass sich die Polizei mitfreut und beide Augen zudrückt. Gleiches gilt für das Überfahren roter Ampeln mit 500 Euro Bußgeld und Fahrverbot, von potentiellen Unfallgefahren gar nicht zu reden. Cengiz Han rät, auch bei bester Feierlaune Vorsicht und Rücksichtnahme im Verkehr nicht aus den Augen zu verlieren.

Spielverderber Ruhestörung

Ausgelassene Stimmung? Nichts dagegen, denn das versteht (fast) jeder: Wo man feiert, wird es laut. Dennoch sollten Sie die Nachtruhe zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens einhalten - und nicht erst nach Mitternacht, wenn sich das Brautpaar traditionell von den Eltern verabschiedet. Rufen Nachbarn die Polizei, sind auch hier schmerzhafte Bußgelder fällig - eventuell beschlagnahmt man sogar Ihre Musikanlage. Also: Besser alle Nachbarn im Vorab informieren, um Verständnis bitten und die Musik gegen 22 Uhr ein wenig leiser stellen.

GEMA-freier Musikgenuss

Was wäre eine Hochzeitsfeier ohne Musik? Leider flattert dem frischgetrauten Brautpaar nicht selten ein Gebührenbescheid der GEMA ins Haus. Wann ist Ihre Hochzeit eine öffentliche Veranstaltung? Das hängt davon ab, ob Ihre Gäste, so Rechtsanwalt Han, "durch wechselseitige persönliche Beziehungen" als Personenkreis miteinander verbunden und so von außen als individuell abgegrenzt wahrgenommen werden. Sprich: Nur dann, wenn Sie als Veranstalter alle anwesenden Personen eng und persönlich kennen, ist Ihre Hochzeitsfeier nach deutschem Recht privat - hier fällt keine GEMA-Gebühr an.

Tipp: Eine Einlasskontrolle durchführen, denn schon ein einziger entfernter Bekannter oder Fremder begründet eine GEMA-Pflicht. Ist Ihre Veranstaltung öffentlich und damit meldepflichtig und werden Sie erwischt, erhebt die GEMA einen Aufschlag von 100 % auf den Betrag, den Sie gezahlt hätten, wenn Sie Ihre Hochzeit als öffentlich angemeldet hätten. Anmeldeformulare? Gibt es bei Ihrer GEMA-Bezirksdirektion.

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